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Gefährliche Diskussion

10.09.2017 
Dass Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkrieges für die beispiellosen Verbrechen bezahlen würde, die es im Rahmen des Feldzuges gegen Polen und der anschließenden Besatzungsherrschaft begangen hatte, stand schon vor seiner Kapitulation im Mai 1945 fest.

Die Wiedergutmachungsleistungen bestanden vor allem in der Übertragung vormals deutscher Gebiete östlich von Oder und Neiße an Polen. Mit ihnen wurden zugleich die Verluste jener polnischen Gebiete östlich des Bug kompensiert, die erst Adolf Hitler, dann Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill dem starken Mann im Kreml, Josef Stalin, zugestanden hatten.

Seit der Aufnahme Polens in die Europäische Union ist diese ursprünglich 1919 vom damaligen britischen Außenminister Curzon vorgeschlagene Grenze, die heute zwischen Polen auf der einen sowie Weißrussland und der Ukraine auf der anderen Seite verläuft, mit der östlichen Außengrenze der EU identisch.

Wer den komplexen Status quo in diesem Raum an einem Punkt infragestellt, wer wie einige Mitglieder der polnischen Regierung zum Beispiel die Reparationsfrage aufwirft, findet sich unversehens im Zeitalter der Weltkriege wieder. Warum das so ist, habe ich in einem Artikel für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung analysiert: Gregor Schöllgen – Gefährliche Diskussion.