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Schillernd und zerrissen

10.01.2018 
Als vor mehr als 30 Jahren der erste Band der Max Weber-Gesamtausgabe MWG erschien, stellte sich die Frage, ob sie wohl wirklich Neues ans Tageslicht befördern würde. Obgleich die Arbeit an dem Riesenprojekt noch immer nicht abgeschlossen ist, kann man bilanzieren, dass das eigentlich nur für die Briefe gilt.

Mit den soeben in zwei Bänden vorgelegten Briefen der Jahre 1875 bis 1894, den sogenannten Jugendbriefen Max Webers, liegen diese jetzt in 10 Bänden geschlossen vor. Sie zeigen einen blitzgescheiten, schon früh zu Überheblichkeit und Besserwisserei neigenden jungen Bildungsbürger am Anfang seiner großen Karriere, die schon bald von einer schweren Erkrankung überschattet wurde.

Ich habe die beiden Bände in der Süddeutschen Zeitung vorstellt. Als ich sie las, fühlte ich mich an meine Studienzeit erinnert. Schon damals hat mich diese in jeder Hinsicht schillernde und zerrissene Persönlichkeit so interessiert, dass ich mich 1977 auch in meiner Doktorarbeit mit ihr beschäftigt habe. Einige Ergebnisse dieser Arbeit, die im Fach Philosophie geschrieben wurde, sind später bei Mohr Siebeck, also im Hausverlag Max Webers, erschienen und noch heute im Buchhandel greifbar: Gregor Schöllgen – Handlungsfreiheit und Zweckrationalität. Max Weber und die Tradition praktischer Philosophie.