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Respekt als Staatsraison

07.01.2020 
Unsere französischen Nachbarn sind eine stolze Nation. Stolz auf ihre Kultur, stolz auf ihre Sprache – und stolz auf ihre Geschichte. So stolz, dass sie manchmal die problematischen Kapitel ihrer Vergangenheit diskret ausgeblendet haben.

Insgesamt aber trägt das Selbstbewusstsein, einer Nation mit einer großen Tradition anzugehören, die Franzosen auch durch schwierige Zeiten ihrer Gegenwart. Die herausragende Figur ihrer jüngeren Geschichte, auf die sich mehr oder weniger alle verständigen können, ist Charles de Gaulle.

Das tat, ohne de Gaulle zu nennen, auch der amtierende Staatspräsident Emmanuel Macron, als er sich jüngst ausführlich zum Zustand des Westens äußerte. So weit wie er ist, von Charles de Gaulle einmal abgesehen, bis heute kein amtierender westlicher Staats- oder Regierungschef gegangen (vgl. Gregor Schöllgen – Quicklebendig vom 11.11.2019).

Die Schlussfolgerungen, die Macron aus seiner Analyse für Europa zieht, ist eine durch und durch französische - Charles des Gaulle lässt grüßen: „Wir haben das Recht auf Autonomie“, und das heißt auch: Wir haben das Recht, „nicht nur einfach der amerikanischen Sanktionspolitik zu folgen“, sondern unsere „strategische Partnerschaft mit Russland zu überdenken“. Mit anderen Worten: Auch wir erwarten Respekt vor unseren Interessen und unseren Entscheidungen. Ich fand das so bemerkenswert, dass ich gerne der Einladung des Rotary Magazins nachgekommen bin, das einmal zu analysieren: Gregor Schöllgen – Respekt als Staatsraison.