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Immer wieder Schröder

14.07.2020 
Das Interesse an Gerhard Schröder ist ungebrochen. Das überrascht nicht. Er ist nun einmal der einzige noch lebende Altkanzler. So eine Konstellation hat es lange nicht gegeben. Seit Kurt-Georg Kiesinger hatten es die amtierenden Bundeskanzler in der Regel mit mindestens zwei Altkanzlern zu tun. Als Angela Merkel 2005 antrat, waren es sogar drei: Helmut Schmidt, Helmut Kohl und eben Gerhard Schröder.

Seit Helmut Kohl vor drei Jahren verstarb, hält Schröder diese Stellung allein, und das noch für gut ein weiteres Jahr. Dann wird ihm, Stand heute, Angela Merkel Gesellschaft leisten. Man darf gespannt sein, was sie dann tut, wie und wozu sie sich äußern wird. Sicher scheint nur zu sein, dass sie keine Position in der Wirtschaft einnehmen wird. Jedenfalls hat sie das erklärt.

Gerhard Schröder hingegen nimmt schon seit vielen Jahren verschiedene Mandate in der Wirtschaft war, unter anderem als Präsident des Verwaltungsrates von Nord Stream II, durch die Gas von den russischen Quellen nach Mitteleuropa gepumpt wird. Diese Aktivitäten haben dem Altkanzler viel Kritik eingetragen, und diese Kritik wiederum macht ihn für die Medien zusätzlich interessant.

Hinzu kommt dass Gerhard Schröder ausgesprochen medienaffin ist und gerne über sein Leben und seine Arbeit spricht. Dass er anders als sämtliche Vorgänger über eine gesunde Selbstironie verfügt, macht die Arbeit mit ihm besonders reizvoll. Ohne diese Eigenschaften hätte ich meine Biographie, die sich bis heute großen Zuspruchs erfreut, nicht schreiben können.

Jetzt gibt es eine neue TV-Dokumentation zu Gerhard Schröder, produziert von Broadview in Köln. Die können das. Ich habe schon einige Dokumentationen von ihnen beraten. Jetzt auch diese: „Gerhard Schröder – Schlage die Trommel“.