Gregor Schllgen  Historiker

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29.08.2015 
Was in der Mathematik nicht aufgeht, gelingt gelegentlich in der Politik. So geschehen am 12. September 1990 in Moskau. Ein Vierteljahrhundert ist das jetzt her.

Damals unterzeichneten die Außenminister der Bundesrepublik Deutschland, der DDR sowie der USA, der Sowjetunion, Großbritanniens und Frankreichs den Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland als Ganzes. Damit sorgten die Sechs dafür, dass am Ende ihrer Verhandlungen nur noch Fünf von ihnen übrig blieben, weil der Sechste, die DDR, im Zuge der Vereinigung Deutschlands freiwillig die weltpolitische Bühne verließ.

Aus diesem Anlass habe ich mich noch einmal mit dem Thema befasst und einen Essay für das Magazin Deutschland geschrieben, der am 19. Juni in 10 Sprachen erschien: Diplomatisches Glanzstück – Der Zwei-plus-Vier-Vertrag regelt in zehn Artikeln die außenpolitischen Aspekte und die sicherheitspolitischen Bedingungen der Wiedervereinigung.

Und dann gehöre ich dem Kreis der insgesamt sieben Herausgeber und Bearbeiter an, denen das Institut für Zeitgeschichte die Edition der Akten des Auswärtigen Amtes zum Zwei-Plus-Vier-Prozess anvertraut hat. Am 25. August wurde der Band anlässlich der 14. Botschafterkonferenz im Auswärtigen Amt vorgestellt: Die Einheit – Das Auswärtige Amt, das DDR-Außenministerium und der Zwei-plus-Vier-Prozess.