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Maulwurf in Amerika

05.06.2018 
Der Doppelagent Heinz Felfe gehört zu den schillernden Figuren in der Frühgeschichte des Bundesnachrichtendienstes BND. Jetzt hat Bodo V. Hechelhammer, der „Chef-Historiker des BND", ein anschauliches Kapitel seiner Biographie recherchiert (vgl. meine Rezension in der FAZ vom 05. Juni 2018: "Maulwurf" auf Luxusreise).

Dabei geht es um eine Amerikareise, die Felfe im Spätsommer 1956 mit sieben weiteren Agenten des gerade gegründeten BND unternahm. Dass er gleichzeitig als Agent des sowjetischen Geheimdienstes KGB, also als Maulwurf, reiste, wusste damals noch niemand.

Der aus den Quellen gehobene Bericht über die Reise der Acht liest sich gut, unterscheidet sich aber in weiten Teilen nicht von dem Bericht anderer deutscher Gruppen, die gut zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges staunend durch das Land der damals unbegrenzten Möglichkeiten reisten.

Mich hat das Buch an die wiederholte Einladung des BND erinnert, seine Geschichte aufzuschreiben. Ich habe das seinerzeit abgelehnt, weil man mir keine uneingeschränkte Akteneinsicht geben konnte oder wollte.

Das hat sich zum Glück geändert. Inzwischen liegt eine Reihe von Monographien von Mitgliedern der später eingerichteten Historikerkommission und ihrer Mitarbeiter vor. Was fehlt ist eine geschlossene, gut lesbare Gesamtdarstellung, die sich an ein breites Publikum richtet.